Infertilitaet

Ungewollte Kinderlosigkeit

Etwa 15 % der Paare bleiben ungewollt kinderlos. In ca. der Hälfte der Fälle liegt die Ursache hierfür beim Mann. Dennoch stellt sich in den meisten Fällen zunächst die Frau beim Gynäkologen zur eingehenderen Untersuchung vor. Auf Grund der geringen untersuchungsbedingten Belastung beim Mann sollte aber die Abklärung der ungewollten Kinderlosigkeit bei ihm beginnen.


Was sind die Ursachen für eine Zeugungsunfähigkeit ?

Die Gründe für eine Zeugungsunfähigkeit sind vielfältig und können z. B. in der Kindheit durch zu spät erkannte Hodenfehllagen oder auch durch Infektionen nach der Pubertät, wie z. B. Mumps, ausgelöst worden sein. Eine weitere Ursache kann in einer Krampfader des Hodens (Varicozele) liegen, die zu einer chronischen Überwärmung des Hodens führt. Aber auch sog. Genussstoffe wie Tabak, Alkohol oder hoher Kaffeekonsum, oft gepaart mit permanenten Stresssituationen, können die Ursache darstellen.

Es stellen sich aber auch viele Patienten, welche sich in früheren Jahren durch eine Unterbindung des Samenleiters sterilisieren ließen, mit erneutem Kinderwunsch vor.

Welche Untersuchungen sollten vorgenommen werden?

Bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch wird zunächst eine ausführliche Untersuchung des Mannes durchgeführt. Dabei wird eine ausführliche Krankengeschichte erhoben und eine körperliche Untersuchung, insbesondere des männlichen Genitale, vorgenommen. Zur Grunduntersuchung gehört auch eine für den Patienten ebenfalls nicht belastende Ultraschalluntersuchung.

Als wichtige Ergänzung dienen spezielle Hormonbestimmungen. Eine zentrale Säule der Diagnostik bildet ferner das sogenannte Spermiogramm, welches nach einer sexuellen Karenzzeit von 5 Tagen abgegeben wird. Hier wird insbesondere auf die Menge, die Beweglichkeit und das Aussehen der Spermien geachtet.


Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Die Behandlung der Zeugungsunfähigkeit richtet sich in der Regel nach der Ursache. Es stehen konservative Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, z.B. Medikamente oder Änderung von Lebensgewohnheiten (Nikotinreduktion, ...).

Je nach Befund und nicht erfolgreicher konservativer Behandlungsverfahren wird in unserer Klinik aber auch die gesamte Bandbreite operativer Therapien angeboten, die in der Regel ambulant durchgeführt werden können.

Hierzu gehören die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Samenwege mit Hilfe mikrochirurgischer Eingriffe (sog. Refertilisierung), beispielsweise nach Entzündungen im Genitalbereich oder nach Sterilisationsoperation.

Des weiteren kann der direkte operative Samengewinn aus dem Nebenhoden oder der Hoden für die Durchführung einer künstlichen Befruchtung durchgeführt werden (sog. MESA / TESE). Diese Operation kann ambulant, unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden.

Weitere Infos finden Sie unter: Medicine Worldwide: Azoospermie